Aloe Vera als Zimmerpflanze

Die richtige Pflanzenpflege ist wichtig, um lange Freude an der Aloe Vera Pflanze zu haben. Die folgenden Tipps helfen dir dabei Aloe Vera richtig zu pflegen und zeigen dir, was die Pflanze ausmacht.

Steckbrief Aloe Vera Pflanze

Klasse: Liliopsida 

Familie: Grasbaumgewächs

Unterfamilie: Affodillgewächse (Asphodelaceae)

Bodeneigenschaften: trocken, durchlässig, humusarm

Nutzwert: Heilpflanze, Zier- und Zimmerpflanze

Ursprung: Babylonien (arabische Halbinsel)

Verbreitung: Subtropen und tropische Regionen

Wie pflege ich eine Aloe Vera Pflanze richtig?

Die Aloe Vera Pflanze stammt aus den tropischen Gebieten. Sie ist nicht ausreichend winterhart und fühlt sich in trockenen und sonnigen Gebieten deutlich wohler. Für die richtige Pflege ist es wichtig, einen geeigneten Standort zu finden, der die Zimmerpflanze mit viel Licht versorgt und ausreichend beheizt ist. Sonnige Plätzchen sind für die Aloe Vera Pflanze in Ordnung, jedoch trocknet zu viel Sonne und die Hitze die Blattspitzen aus und lässt die Erde schnell austrocknen. Deshalb ist es ratsam, die Pflanze langsam an die pralle Sonne zu gewöhnen. Als zugehörige Sukkulente benötigt die Aloe Vera keine übermäßige Feuchtigkeit und verträgt problemlos etwas Trockenheit.

Für Sukkulenten wird spezielle Kakteen- und Sukkulentenerde empfohlen, aber auch herkömmliche Blumenerde kann verwendet werden. Um der Pflanze ausreichend Nährstoffe zuzuführen, eignet sich Erde, die zusätzlich mit Sand oder Sermis vermischt wird. Dies erhöht die Durchlässigkeit des Bodens und verhindert schädliche Übernässung.

Wenn die Blätter trocken oder braun werden, müssen sie entfernt werden, damit sie problemlos gedeihen kann. Bei zu kalter und gestauter Luft können Schmier- und Schildläuse als Schädlinge an der Aloe Vera Pflanze auftreten. Diese lassen sich leicht mit Seifenlauge (Wasser+Spülmittel) abwaschen oder mit der Hand abwischen. Schmierläuse sollten mit einem biologischen Insektizid, zum Beispiel auf Neembasis, bekämpft werden. 

Optional kann die immergrüne Sukkulente alle zwei Wochen mit Kakteendünger, der dem Wasser zugegeben wird, gedüngt werden.

Wie gieße ich eine Aloe Vera Pflanze richtig?

Die Aloe Vera ist pflegeleicht und beansprucht kaum Pflege. Schnittmaßnahmen sind nicht nötig. Zudem benötigt sie nur wenig Wasser. 

Auch wenn die herkömmliche Bewässerung (überbrausen) für viele Pflanzen unproblematisch ist, so verhält es sich bei rosettenbildenden Pflanzen, zu denen auch die Aloe Vera gehört, anders. Ihre Blätter sind kreisförmig in der Mitte der Knolle angeordnet, aus der neue Blätter entspringen. Überbraust man sie, sammelt sich das Wasser in den Zwischenräumen der Blätter, es kann nicht abfließen und Fäulnis kann einsetzen. Wenn sich eine dicke Staubschicht auf den Blättern abgesetzt hat, kann man diese vorsichtig abbrausen oder wegwischen. Nach der Bewässerung empfiehlt es sich die Aloe schräg zu stellen, damit das restliche Wasser herauslaufen kann.

Richtiges Gießen der Aloe Vera bedeutet lediglich, den Boden zu befeuchten. Das Wasser muss gut durchlaufen und darf sich nicht stauen. Zu nasse Erde oder verstopfte Abzugslöcher am Topfboden führen zu Wurzelfäule und dem Absterben der Zimmerpflanze. Idealerweise sollte zum Gießen kalkfreies Regenwasser oder weiches Wasser verwendet werden.

Zudem kommen Standortfaktoren wie Boden, Licht, Temperatur oder Luftzirkulation ins Spiel, die den Wasserbedarf der Aloe bestimmen. Deshalb sind allgemeine Empfehlungen, wie einmal täglich oder zweimal wöchentlich zu gießen, nicht zutreffend. Das Prüfen der Bodenfeuchtigkeit mit dem Finger ist daher ratsam. Ist die obere Bodenschicht ausgetrocknet, wird die Heilpflanze Aloe Vera von unten gegossen.

Aloe Vera Pflanze als Zimmerpflanze

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Wie scheide und vermehre ich Aloe Vera?

Aloe Vera Blätter beziehungsweise Ableger der Pflanze, die faul oder trocken sind, werden am besten am Stängel abgeschnitten oder herausgenommen. 

Um Ableger anzulegen und die Aloe Vera zu vermehren, schneidet man ein Blatt von einer Größe von 5 bis 7 cm an der Mutterpflanze ab. Diese muss zwei Tage liegen bleiben, bis die Schnittwunde getrocknet ist. Dann kann dieser mit der Schnittstelle nach unten in einen Topf mit Erde gepflanzt werden. Es empfiehlt sich, eine Woche zu warten, bis der Ableger das erste Mal gegossen wird. Hier reicht es die Erde lediglich zu befeuchten. Schlägt der Ableger zarte Wurzeln und festigt sich im Topf an, kann dieser umgetopft werden, um weiter heranzuwachsen.

Wie topfe ich eine Aloe Vera Pflanze richtig um?

Umtopfen wird dann nötig, wenn die Aloe sogenannte Kindel bildet und der Topf zuwuchert oder die Pflanze sehr breit herauswächst. In diesen acht Schritten lässt sich die Aloe Vera Heilpflanze richtig und einfach umtopfen:

  • Einige Tage trocken stehen lassen, damit sich die Erde besser von den Wurzeln löst.
  • Pflanze am Ansatz umgreifen und herausziehen.
  • Topfballen ausschütteln und lockern.
  • Abgestorbene Blätter oder Wurzeln entfernen.
  • Teile der alten Erde entfernen.
  • Neuen Topf zum Teil mit Erde und Substrat füllen und die Pflanze aufrecht hineinstellen.
  • Hohlräume mit Erde befüllen und leicht andrücken.
  • Angießen nicht vergessen (lediglich Boden befeuchten).

Umtopfen bedeutet für Pflanzen trotzdem Stress. Obwohl Aloe Vera Sonne und Trockenheit liebt, sollte die immergrüne Zimmerpflanze nach dem Umtopfen für ein bis zwei Wochen an einen hellen, aber nicht vollsonnigen Standort gestellt werden. Dadurch kann sie sich erholen und die Wurzelbildung langsam anregen.

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Wie ernte ich eine Aloe Vera Pflanze?

Die Heilkraft der Aloe Vera steckt im gelartigen Pflanzensaft der Blätter. Die volle Nährstoffdichte und somit auch Wirkung wird jedoch erst nach circa 1,5 - 5 Jahren erreicht und hängt maßgeblich von den Böden ab, in der die Pflanze gedeiht. Nährstoffreiche Erde und ideale Klimaverhältnisse sind hierbei ebenso förderlich. Daher ist es besonders wichtig, dass die Aloe Vera, die als Direktsaft oder für die Kosmetik verwendet werden soll, entsprechend lange unter idealen Verhältnissen wächst, um dann zu einem hochwertigen Produkt weiterverarbeitet werden zu können. Ernten lässt sich die Pflanze erst, wenn sie genügend Nährstoffe angereichert hat. 

Zur Herstellung von Aloe Vera Saft und Gel müssen die Aloe Vera Blätter geerntet und gereinigt werden. Um den Bitterstoff Aloin zu vermeiden, werden die unteren Teile, die ganz außenliegende Blattspitze sowie die Stacheln an den Blatträndern entfernt. Das Blattinnere wird schließlich herausgelöst in Wasser eingelegt, gründlich abgespült und im Mixer zerkleinert. Gegessen werden kann es nur in kleinen Mengen aufgrund des enthaltenen Aloins, welches abführend wirkt und nicht übermäßig eingenommen werden darf. Äußerlich kann es als Gel angewendet werden, ist aber äußerst klebrig, spannt und kann färben. Wer das nicht will, kann auf hochwertige Aloe Produkte zurückgreifen wie zum Beispiel Aloe Vera Saft oder Gel. Bei hochwertigen Aloe Vera Produkten kommt es auf wichtige Faktoren an, um die Wirksamkeit der Heilpflanze zu gewährleisten:

  • Hoher Aloverose-Gehalt von mindestens 1.200 mg pro Liter.
  • Keine Konservierungsstoffe enthalten, um Allergien zu vermeiden.
  • Aloinfrei, um nicht stark abführend zu wirken.
  • Auf nährstoffreichen Böden herangewachsen, sodass sich alle Nährstoffe der Pflanze entfalten.

Hier erfährst du alles, was du über die Aloe Vera Pflanze und ihre Eigenschaften wissen musst.

Hast du eine Aloe Vera Pflanze oder möchtest dir eine anlegen? Erzähle uns gerne davon in einem Kommentar.

 

Autorin: Helen Kubny

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