Darmsanierung nach Antibiotika: Wie fermentierte Lebensmittel und Aloe Vera helfen können

Darmsanierung nach Antibiotika: Wie fermentierte Lebensmittel und Aloe Vera helfen können

Du hast Antibiotika genommen und auf einmal beklagst du dich über Darmbeschwerden? Dann bist du nicht allein, denn zwischen 11 % und 40 % aller Patienten, die Antibiotika eingenommen haben, berichten anschließend von Darmproblemen (Stiftung Gesundheitswissen). Wie du eine Darmsanierung erfolgreich durchführst, wie fermentierte Lebensmittel helfen können und wie du deine Darmflora wieder aufbaust, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

 

 Inhalt:

  1. Effekte von Antibiotika
  2. Was kann man tun, um auf Antibiotika zu verzichten
    1. Vermeide Infektionen
    2. Sorgfältiger Umgang mit (rohem) Fleisch
    3. Schutz vor Geschlechtskrankheiten
    4. Bei Infektionen: Reagiere schnell mit Hausmitteln
  3. Eine gestörte Darmflora: Wie merkt man es?
  4. Darmsanierung nach Antibiotika
    1. Darmsanierung durch eine Boulardii Kur
    2. Darmflora aufbauen mit fermentierten Lebensmitteln
    3. Aloe Vera für deinen Darm
    4. Darmaufbau mit Probiotika
    5. Step by Step Guide für deine Darmsanierung
  5. FAQ – Eure Fragen zur Darmsanierung

 

Effekte von Antibiotika

1928 entdeckte Alexander Fleming per Zufall den Stoff Penicillin – einen bakterienabtötenden Stoff gebildet von einem Schimmelpilz. Einige Jahre später ist Penicillin bereits als Medikament verfügbar.

Diese Entdeckung revolutionierte die Medizin und heute zählen alle Medikamente, die Bakterien bekämpfen, zu den Antibiotika. Dabei werden Bakterien entweder abgetötet oder ihre Vermehrung verhindert. Dadurch werden sie heute erfolgreich zur Behandlung von Krankheiten, die durch Bakterien verursacht werden, eingesetzt. Ein typisches Beispiel ist eine Blasenentzündung.

Bakterien sind aber keineswegs nur schlecht für deinen Körper. Im Gegenteil – er braucht Bakterien, um gesund zu sein und optimal funktionieren zu können. Sie befinden sich millionenfach in vielen Regionen unseres Körpers, so zum Beispiel auch im Mund, in der Nase oder im Darm.

Nützliche Bakterien im Darm bilden die sogenannte Darmflora, die bei Menschen aus rund hundert Billionen Mikroorganismen besteht. Wie der Darm mit unserem Immunsystem und unseren Hormonen zusammenhängt, erfährst du in diesem Blogbeitrag.

Doch wo liegt nun das Problem von Antibiotika? Es kann nicht zwischen gut und schlecht unterscheiden und schädigt bzw. tötet alle Bakterien ab – die guten genauso wie die krankmachenden. Das führt nicht selten zu Darmproblemen oder Scheidenpilz-Infektionen, da das natürliche Gleichgewicht der dort lebenden Bakterien gestört wurde. Laut dem Zentrum der Gesundheit gilt es mittlerweile als bewiesen, dass die Darmflora nach Anwendung eines Antibiotikums teilweise zerstört ist und das natürliche Gleichgewicht erst nach einigen Monaten wieder hergestellt werden kann. Sobald die Darmflora geschädigt ist, ist gleichzeitig der gesamte Körper geschwächt, da sich über über 70 % der Abwehrzellen in unserem Darm befinden.

Aufgrund dieser Folgen für den Körper, sollte nicht immer sofort zu Antibiotika gegriffen werden und es gilt die Regel: So oft wie notwendig und so selten wie möglich.

Ein weiteres Problem ist nämlich die Antibiotika-Resistenz. Je öfter Antibiotika verwendet wird, desto höher ist das Risiko, dass sich widerstandsfähige Bakterien entwickeln und das Antibiotikum nicht mehr wirkt.

Das passiert vor allem, wenn Antibiotika in der falschen Dosierung, zu häufig oder bei Infektionen durch Viren eingenommen wird (es hilft schließlich nur bei Bakterien). Eine Antibiotika-Resistenz kann verschiedene Folgen haben:

  • Infektionen dauern länger
  • Krankheiten sind schwieriger zu behandeln
  • Leichte Infektionen können lebensbedrohlich werden
  • Nur noch wenige Antibiotika können helfen, haben aber gleichzeitig mehr Nebenwirkungen

 

Was kann man tun, um auf Antibiotika zu verzichten

Antibiotika können lebensrettend sein und wir sind sehr privilegiert, dass wir es so einfach erhalten können. Das kann jedoch auch das Problem sein, denn nicht selten wird es bei falschen Beschwerden verordnet und generell viel zu oft eingenommen.

Du kannst dir also merken, dass du bei Erkältungen, die in der Regel von einem Virus ausgelöst werden, gar nicht erst an Antibiotika denken musst. Es macht dich nämlich nicht schneller gesund, da es nur bei Bakterien hilft und stört stattdessen unnötigerweise dein gesamtes Gleichgewicht.

Manchmal ist Antibiotika jedoch der letzte Ausweg, um wieder gesund zu werden. Damit es aber gar nicht erst so weit kommt, sind hier ein paar Tipps, wie du auf Antibiotika verzichten kannst.

 

Vermeide Infektionen

Eigentlich ist dieser Tipp ganz simpel und logisch: wenn du nicht krank wirst, brauchst du auch keine Antibiotika. Am besten kannst du dich vor Krankheiten schützen, wenn du auf deine Hygiene achtest. Experten gehen davon aus, dass bis zu 30 von 100 Infektionen so vermieden werden können. Diese Punkte können dir dabei helfen:

  • Hände waschen mit Wasser und Seife (vor allem vor dem Essen, nach dem Kontakt mit Tieren, nach dem Berühren von rohem Fleisch und nach der Toilette)
  • Entsorge dein benutztes Taschentuch direkt nach dem Naseputzen und wasche deine Hände
  • In den Ärmel statt in die Hand husten
  • Versuche dir nicht ständig ins Gesicht zu fassen, vor allem nicht in die Augen, Nase und Mund
  • Kleidung und Handtücher regelmäßig waschen (am besten über 60 °C)
  • Obst und Gemüse gründlich waschen
  • Regelmäßig lüften

 

 

Sorgfältiger Umgang mit (rohem) Fleisch

Wusstest du, dass einige Antibiotika-resistente Keime aus unseren tierischen Lebensmitteln stammen? Vor allem in der Massentierhaltung kommt Antibiotika häufig zum Einsatz – laut der Deutschen Umwelthilfe bekommen beispielsweise 85 von 100 Hähnchen während der Mast Antibiotika. Resistente Keime können die Behandlung überleben, sich im Darm vermehren und noch im rohen Fleisch in unserer Küche vorhanden sein.

Daher solltest du unbedingt folgende Punkte beim Kontakt mit rohem Fleisch beachten:

  • Wasche deine Hände davor und danach (hier geht's zu unseren Naturseifen)
  • Nutze das Messer und Schneidebrett ausschließlich für das rohe Fleisch und säubere es danach
  • Kühle das Fleisch
  • Verarbeite kein Fleisch, wenn du eine Wunde an den Händen oder Fingern hast

  

Schutz vor Geschlechtskrankheiten

Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien, Gonorrhoe und Syphilis werden durch Bakterien verursacht und mit Antibiotika bekämpft. Mittlerweile ist es aber immer schwieriger diese Krankheiten erfolgreich zu behandeln. Das liegt oftmals daran, dass sie nicht erkannt werden, aber auch an Resistenzen der Bakterien.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, kannst du dich durch Kondome vor Geschlechtskrankheiten schützen und dich außerdem zur Sicherheit regelmäßig testen lassen.

 

Bei Infektionen: Reagiere schnell mit Hausmitteln

Sollten all deine Vorsichtsmaßnahmen nichts gebracht haben und du bist trotzdem krank geworden, hilft es in der Regel schnell zu reagieren. Ruhe dich und deinen Körper aus und informiere dich, wie verschiedene Hausmittelchen helfen können.

Im Fall einer Blasenentzündung solltest du zum Beispiel ab den ersten Schmerzen auf der Toilette viel trinken, am besten Brennnesseltee, dich ausruhen und auf ausreichend Wärme achten.

Manchmal reicht das schon aus, um eine schlimmere Infektion und somit Antibiotika zu vermeiden.

 

Eine gestörte Darmflora: Wie merkt man es?

Du hast bereits Antibiotika genommen und fragst dich nun, ob deine Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten ist? Eine gestörte Darmflora macht sich vor allem durch Verdauungsbeschwerden bemerkbar. Weitere typische Symptome sind:

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit

Aber auch Symptome, die du auf den ersten Blick nicht in Verbindung mit dem Darm bringen würdest, können auf eine gestörte Darmflora hinweisen. Das liegt daran, dass unser Darm nicht nur für die Verdauung, aber auch für weitere wichtige Prozesse in unserem Körper zuständig ist. Dazu gehört:

  • Produktion von Vitamin K (für die Bildung von Blut-Gerinnungsfaktoren)
  • Aufnahme von Vitaminen aus dem Speisebrei
  • Unterstützung des Immunsystems
  • Versorgung der Schleimhaut im Darm mit Energie
  • Abbau von Schadstoffen 

Da viele Beschwerden oftmals nicht direkt auf eine gestörte Darmflora zurückgeführt werden, kann es lange dauern, bis sie gelindert werden. Sollten sie nach der Einnahme von Antibiotika auftreten, kann es Sinn machen eine Darmsanierung durchzuführen.

  

Darmsanierung nach Antibiotika

Eine Darmsanierung ist eine Darmkur, bei der versucht wird das Gleichgewicht der im Darm lebenden Bakterien wiederherzustellen. Gute Darmbakterien sollen gefördert und gesundheitsschädliche Darmbakterien eliminiert werden. Das macht vor allem nach der Einnahme von Antibiotika Sinn. 

Hierbei muss zwischen dem Aufbau der Darmflora und der Darmsanierung unterschieden werden, was umgangssprachlich leicht verwechselt werden kann. Beim Aufbau der Darmflora geht es darum nützliche Darmbakterien anzusiedeln, während eine Darmsanierung eine gründliche Reinigung des Darms meint. 

Hier wird das Verdauungssystem entgiftet und unverdaute Partikel und Ablagerungen ausgeschieden, wodurch krankheitserregenden Darmbakterien keinen Lebensraum mehr haben. Außerdem wird die Darmschleimhaut regeneriert und der natürliche pH-Wert des Darms wiederhergestellt.

Ist der Darm geschädigt, ist eine Darmsanierung der wichtige erste Schritt, bevor es an den Aufbau der Darmflora geht. Denn gute Bakterien können sich in einem nicht intakten Darm nicht ansiedeln und der ganze Aufwand war umsonst.

Um deinen Darm wieder funktionsfähig zu machen, ist es sinnvoll auf einen gesunden Lebensstil und eine ausgewogene Ernährung zu setzen. Wie du zudem gezielt Schritt für Schritt vorgehst, erklären wir dir hier:

 

1. Darmsanierung durch eine Boulardii Kur

Schritt 1 der Darmsanierung ist die schonende Entfernung von schlechten Bakterien und Pilzen, die sich in deinem Darm angesiedelt haben. Das gelingt mit dem Hefepilz Saccharomyces Boulardii, der als probiotische Substanz angesehen wird und für eine verbesserte Verdauungsfunktion, Unterstützung des Immunsystems und Verringerung der Entzündung im Magen-Darm-Trakt verwendet wird. Im Darm schädigt er die schädlichen Bakterien und hemmt ihr Wachstum, während er gleichzeitig Entzündungen hemmt. Einfach erklärt, schafft der Boulardii Platz in der Darmwand, da die schädlichen Bakterien schonend entfernt werden. Dadurch können dann im nächsten Schritt gute Bakterien angesiedelt werden.

Boulardii ist nicht verschreibungspflichtig und wird auch als probiotisches Arzneimittel verkauft. Wir empfehlen dir den Hefepilz in Kapselform zu bestellen und anschließend gären zu lassen, um die Bioverfügbarkeit von Boulardii zu steigern. Von dem gegärten Boulardii solltest du über mindestens 2 Wochen täglich 1-2 Löffel einnehmen. Eine Anleitung findest du in diesem Video.

Möchtest du diesen Prozess auslassen, kannst du auch einfach die Kapsel schlucken, wobei du riskierst, dass nur ein Bruchteil des Wirkstoffs tatsächlich im Darm ankommt.

Info: Eine Boulardii-Kur kann bereits parallel zur Einnahme von Antibioitkum gemacht werden, da sie sich gegenseitig nicht beeinflussen. 

 

 

2. Darmflora aufbauen mit fermentierten Lebensmitteln

Fermentation ist mittlerweile ein kleiner Trend geworden und viele haben das Wort schon einmal gehört. Doch steckt wirklich so viel dahinter?

Der Begriff stammt von dem lateinischen „fermentum“ ab, was so viel bedeutet wie Gärung oder gegorenes Getränk. Es beschreibt den Prozess der mikrobiellen und enzymatischen Umwandlung von organischen Stoffen, was zum Beispiel durch die Zugabe von Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilzen zu Lebensmitteln gelingt. Es können aber auch Mikroorganismen, die bereits auf den Lebensmitteln oder in der Luft vorhanden sind, genutzt werden.

Lebensmittel werden durch den Prozess der Fermentation haltbar gemacht und ihr Geschmack und ihre Konsistenz ändern sich. Außerdem kann unser Darm fermentierte Lebensmittel deutlich besser verdauen und sie enthalten mehr Vitamin A, B12, C, Eisen, Magnesium, Phosphor oder Folsäure.

Fermentierte Lebensmittel haben aber noch viele weitere Vorteile für unseren Körper. Wissenschaftler der Stanford-Universität fanden in einer Studie heraus, dass fermentierte Lebensmittel die Vielfalt der Darmbakterien (des Mikrobioms) erhöhen und entzündliche Proteine verringern. Außerdem sollen fermentierte Lebensmittel die Immunabwehr des Körpers verbessern und die Entzündungsmediatoren im Blut senken.

„Eine auf die Mikrobiota ausgerichtete Ernährung kann den Immunstatus verändern und stellt einen vielversprechenden Weg zur Verringerung von Entzündungen bei gesunden Erwachsenen dar“, erklärte Dr. Christopher Gardner, Rehnborg-Farquhar-Professor und Leiter der Ernährungsstudien am Stanford Prevention Research Center.

Durch die Entstehung von Probiotika in fermentierten Lebensmitteln sind sie bei deiner Darmreinigung und dem anschließenden Aufbau der Darmflora nicht wegzudenken. Diese Lebensmittel sollten unbedingt auf deinem Ernährungsplan stehen:

  • Sauerteigbrot
  • Sauerkraut
  • Joghurt
  • Kefir
  • Sauermilch
  • Kimchi (fermentierter Chinakohl)
  • Miso (fermentierte Sojabohnen)
  • Schwarzer Tee
  • Tamari (Sojasoße)
  • Kombucha (fermentierter Tee)
  • Oliven
  • Essiggurken
  • Tempeh (fermentierte Sojamilch)

Möchtest du selbst fermentiertes Gemüse herstellen? Das ist gar nicht so schwer! Wir erklären dir zunächst den Prozess des Fermentierens und haben zusätzlich zwei Rezepte für dich parat.

 

Fermentation: So geht’s

Um ein Lebensmittel zu fermentieren, gibt man eine natürliche Mirkroorganismen-Starterkultur (wie Hefe, gute Bakterien oder Schimmelpilze), die aus den Zutaten selbst oder aus der Umgebung stammen, zu dem Lebensmittel dazu. Dieses wird dann luftdicht gelagert. Während der Fermentation vermehren sich die Starterkulturen, verbrauchen den vorhandenen Sauerstoff und wandeln Kohlenhydrate in Alkohol oder organische Säuren um. Dadurch sinkt der pH-Wert der Lebensmittel und sie werden haltbar.

 

Kombucha-Tee selber machen*

Kombucha ist ein süß-säuerliches Getränk, dass aus fermentiertem Tee zubereitet wird. Mit nur wenigen Zutaten kannst du es ganz einfach selbst herstellen. Die meisten Zutaten findest du ihm Supermarkt, eine Ansatzflüssigkeit, sowie SCOBY (den benötigten Kombucha-Pilz) kannst du dir einfach online bei Fairment bestellen.

 

Zutaten:

  • 1 Kombucha Bio-Teepilz
  • 200 ml Ansatzflüssigkeit
  • 12 g Tee
  • 100 g Zucker
  • 1,3 L Wasser

 

So geht’s:

  1. Bringe 300 ml Wasser (Leitungs- oder Mineralwasser ohne Kohlensäure) zum Kochen.
  2. Lasse dann den Tee (wir empfehlen eine Mischung aus schwarzem und grünem Tee) im heißen Wasser 8-10 Minuten ziehen und entferne ihn dann.
  3. Füge den Zucker zum heißen Tee hinzu und rühre um, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
  4. Fülle den Tee und das Wasser in ein Gefäß, dass du für die Fermentation nutzen willst.
  5. Warte dann darauf, dass die Flüssigkeit abgekühlt ist. Es ist sehr wichtig, dass die Flüssigkeit nicht mehr heiß ist, da das sonst die lebende Kombucha-Kultur töten würde.
  6. Gib nun die Starterflüssigkeit und den Teepilz hinzu.
  7. Decke die Öffnung des Gärgefäßes mit einem Geschirrtuch oder Küchenpapier ab, um den Kombucha vor Mücken und anderen Insekten zu schützen.
  8. Stelle das Gefäß mit deinem Kombucha an einen warmen Ort. Wichtig ist eine Raumtemperatur über 19 °C, etwas frische Luft und wenig Licht.
  9. Nach 5 Tagen kannst du das erste Mal testen, ob der Kombucha sauer genug ist. Ist das der Fall entnimmst du den Teepilz und legst ihn fürs Erste beiseite, um deinen fertigen Kombucha abzufüllen. Falls er dir noch nicht sauer genug ist, wartest du noch ein paar Tage weiter ab.
  10. Wenn der Kombucha den gewünschten Säure-Grad erreicht hat, kannst du 80 % davon abfüllen und luftdicht verschließen. Möchtest du weitere Geschmacksrichtungen oder Kohlensäure geht es in die Zweitfermentation. Alle Infos findest du hier.
  11. Ist der Kombucha abgefüllt, solltest du ihn kalt lagern und kannst ihn dann genießen.
  12. Die restlichen 20 % des Kombuchas sind eine neue Starterflüssigkeit für einen weiteren Kombucha. Lass es dir schmecken!
 

Fermentiertes Gemüse – Sellerie Kimchi selber machen*

Kimchi ist fermentierter Chinakohl und stammt aus der koreanischen Küche. Außer der Kimchipaste gibt es jedoch keine unbedingt notwendigen Zutaten, weshalb Fairment ein Rezept für Sellerie Kimchi entwickelt hat. Da Sellerie ein absolutes Superfood voller Vitamine, Mineralien, Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen ist, sind wir ein großer Fan und möchten das Rezept mit euch teilen.

Wichtig vorab: Salz ist nicht gleich Salz! Achte auf eine gute Qualität und nehme am besten ein gutes Stein- oder Meersalz. Haushaltssalz oder Jodsalz ist nicht empfehlenswert!

 

Zutaten für 4 Portionen:

  • 1 kg Stangensellerie
  • 2-3 Möhren
  • 1 Bund Radieschen
  • 2 Stück Frühlingszwiebeln
  • 1 Zwiebel
  • 20 g Knoblauch frisch
  • 30 g Ingwer frisch
  • 1 Apfel
  • 1 EL Sojasauce
  • Chiliflocken
  • Salz

 

So geht's:

  1. Wasche das Gemüse und schneide den Sellerie in mittelgroße Stücke. Raspele die Karotten und den Rettich und schneide die Frühlingszwiebeln in ca. 1 cm große Röllchen.
  2. Wasche bzw. putze Zwiebel, Knoblauch, Ingwer und Apfel und zerkleinere alles grob, bevor du es in einem Mixer zu einer Paste pürierst. Gib Chiliflocken, Salz und Sojasauce nach Belieben zur Paste hinzu. Sie sollte jedoch eher würzig schmecken.
  3. Gib das geschnittene Gemüse in eine Schüssel und gib 2 % Salz dazu (20 g Salz auf 1 kg Gemüse). Dann vermischst du das Gemüse mit der Paste und knetest alles kurz durch. Fertig ist dein Sellerie Kimchi!
  4. Fülle dein Kimchi ohne Luftblasen in ein Fermentationsglas und lege ein Gewicht darauf, um das Kimchi unter die Paste zu drücken.
  5. Schließe das Gefäß und lasse es für eine Woche bei Raumtemperatur stehen.
  6. Nach einer Woche kommt dein Kimchi in den Kühlschrank, um dort für weitere 1-3 Wochen zu fermentieren. Lass es dir schmecken!

 

3. Aloe Vera für deinen Darm

Auch die Aloe Vera kann dich bei deiner Darmsanierung und Darmaufbau unterstützen. Eine chilenische Studie untersuchte die präbiotischen Eigenschaften der Aloe Vera Pflanze und des dort vorkommenden Mehrfachzuckers Aloverose und die Fruktane. Die Ergebnisse zeigten, dass die beiden Mehrfachzucker als Nahrung für die guten Darmbakterien dienen und die Aloe Vera Pflanze so die im Darm enthaltenen Bifidobakterien in ihrem Populationswachstum unterstützen kann.

Die Inhaltsstoffe der Aloe Vera Pflanze können aber noch viel mehr. Es sind Vitamine, Spurenelemente und Aminosäuren enthalten, die von unserem System als Bausteine verwendet werden. Diesen Inhaltsstoffen werden verschiedene unterstützende Eigenschaften zugeschrieben, so auch der „Aloverose“, die antibakterielle, antivirale und entzündungshemmende Wirkungen zeigen konnte.

Wir empfehlen dir täglich morgens und abends je 40 ml Aloe Vera Direktsaft auf leeren Magen oder zum Frühstück bzw. Abendbrot einzunehmen. Nach dem Öffnen in den Kühlschrank stellen und innerhalb von 2-3 Wochen aufbrauchen. 

 

4. Darmaufbau mit Probiotika

Vielleicht hast du dich gerade gewundert was eigentlich der Unterschied zwischen Probiotika und Präbiotika (siehe Aloe Vera) ist. Wir erklären dir kurz den Unterschied: Probiotika enthalten lebensfähige Mikroorganismen wie Milchsäurebakterien, Hefen oder Pilze), die du zum Beispiel in fermentierten Lebensmitteln findest. Präbiotika hingegen sind nicht verdaubare Lebensmittelbestandteile, die das Wachstum der guten Bakterien im Darm fördern.

Für den Aufbau deiner Darmflora ist die Einnahme von Probiotika sehr wirksam. Neben fermentierten Lebensmitteln kannst du sie auch in Kapselform oder flüssig zu dir nehmen. Beim Kauf solltest du unbedingt darauf achten, dass mehrere Bakterienstämme (ideal sind über 10) enthalten sind. Das liegt daran, dass jeder Stamm spezifische Eigenschaften hat und sie ihre Wirkung gegenseitig verstärken. Mehr Bakterienstämme bedeutet also mehr Wirkung im Darm.

Außerdem solltest du auf die spezifischen Bakterienarten achten. Laut dem Zentrum der Gesundheit sind folgende Stämme wichtig:

  • Lactobacillus
  • Bifido
  • Lactobacillus reuteri
  • Lactobacillus helveticus
  • Bifidobakterium infantis

Probiotika in „künstlicher“ Form kannst du als Kur für einen oder mehrere Monate einnehmen. Das Zentrum der Gesundheit empfiehlt die kombinierte Einnahme von zwei Präparaten – ein Flüssigprobiotikum und ein Kapselprobiotikum. 

 

5. Step by Step Guide für deine Darmsanierung

Damit die Informationsflut wie du eine erfolgreiche Darmsanierung durchführen kannst, dich nicht komplett erschlägt, haben wir dir hier die wichtigsten Schritte noch einmal zusammengefasst:

  1. Die Boulardii Kur bereits während der Einnahme von Antibiotika beginnen. Am besten kaufst du den Hefepilz in Kapselform lässt ihn anschließend gären, um die Bioverfügbarkeit zu steigern. Von dem gegärten Boulardii solltest du über mindestens 2 Wochen täglich 1-2 Löffel zu dir nehmen.
  2. Im nächsten Schritt solltest du auf eine ausgewogene Ernährung mit vielen fermentierten Lebensmitteln setzen. Am besten ist das dein neuer Lebensstil, der deinen Körper dauerhaft unterstützt.
  3. Gleichzeitig kannst du eine Aloe Vera Saftkur starten. Nimm täglich morgens und abends je 40 ml des Direktsafts zu dir. Bei Bedarf auch gerne mehr. Auch das kannst du gerne dauerhaft fortführen.
  4. Neben fermentierten Lebensmitteln und Aloe Vera Saft empfehlen wir dir eine Probiotika-Kur zu starten. Für ein oder mehrere Monate nimmst du am besten ein kombiniertes Set aus Flüssig- und Kapselpräbiotikum zu dir.
  5. Wie lange es dauert, bis dein Darm wieder voll funktionsfähig ist, ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger Einnahme von fermentierten Lebensmitteln und Aloe Vera Saft kann deinen Darm jedoch langfristig fördern.

 

FAQ – Eure Fragen zur Darmsanierung

Wann ist eine Darmsanierung sinnvoll?

Vor allem nach der Einnahme von Antibiotika, bei Darmbeschwerden und sonstigen körperlichen Beschwerden macht es Sinn eine gründliche Darmsanierung durchzuführen.

 

Warum sollte man eine Darmsanierung nach Antibiotika machen?

Aus aktuellen Erkenntnissen geht hervor, dass eine Antibiotika Einnahme alleine reicht, um dein Mikrobiom für mehrere Monate aus dem Gleichgewicht zu bringen. Um dieses Gleichgewicht wiederherzustellen, solltest du eine Darmsanierung machen.

 

Wie merkt man, dass die Darmflora kaputt ist?

Typische Symptome sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen und Übelkeit. Aber auch andere körperliche Beschwerden, die auf den ersten Blick nicht im Zusammenhang mit dem Darm stehen, können darauf hinweisen.

 

Wie bekomme ich eine gute Darmflora?

Achte auf eine gesunde Ernährung mit vielen Ballaststoffen und fermentierten Lebensmitteln, die als Probiotika in deinem Darm wirken. Zudem können die präbiotischen Eigenschaften der Aloe Vera das Wachstum der Bakterien im Darm unterstützen.

 

Was ist das beste Mittel für eine Darmsanierung?

Wir empfehlen eine Kur mit dem Hefepilz Saccharomyces Boulardii, der als probiotische Substanz angesehen wird. Im Darm hemmt er Entzündungen und das Wachstum von schädlichen Bakterien, die durch den Pilz schonend ausgeleitet werden.

 

Was darf man bei einer Darmsanierung nicht essen?

Währen der Darmsanierung solltest du auf Fertiggerichte und stark verarbeitete Lebensmittel, sowie viel Zucker, Fleisch, Kaffee und Alkohol verzichten. Das Reduzieren dieser Lebensmittel ist auch anschließend für einen gesunden Lebensstil sinnvoll.

 

Wie lange dauert es, bis die Darmsanierung wirkt?

Eine Darmsanierung dauert normalerweise mehrere Wochen oder Monate. Erste Effekte können schon nach 2-3 Wochen auftreten, generell unterscheidet es sich je nach Person.

 

Was ist der Unterschied zwischen Darmsanierung und Darmreinigung?

Oftmals werden beide Begriffe synonym verwendet. Streng genommen gibt es jedoch einen Unterschied: Eine Darmreinigung ist die vollständige einmalige Entleerung des Darms beispielsweise vor einer Darmspiegelung, während die Darmsanierung das Gleichgewicht der Bakterien wiederherstellen soll und somit auch die Funktionsfähigkeit des Darms.

 

Warum ist Fermentieren so gesund?

Fermentierte Lebensmittel enthalten mehr Nährstoffe und Wissenschaftler der Stanford-Universität fanden heraus, dass sie die Vielfalt der Darmbakterien (des Mikrobioms) erhöhen, entzündliche Proteine verringern und die Immunabwehr des Körpers verbessern.

 

Welche fermentierten Lebensmittel sind gut für den Darm?

Zu fermentierten Lebensmitteln gehören Sauerkraut, Joghurt, Kefir, Sauermilch, Kimchi (fermentierter Chinakohl), Miso (fermentierte Sojabohnen), Schwarzer Tee, Tamari (Sojasoße) und Kombucha (fermentierter Tee).

 

*Rezepte von Fairment

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