Unser Anspruch: Wir wollen die Welt gerechter machen

Von Anfang an haben wir bei Wild Baboon Dinge anders gemacht: Das Ziel war es, nachhaltig zu wirtschaften, die Natur nicht auszubeuten oder zu verschmutzen, Erzeuger und Handelspartner fair zu behandeln und angemessen zu bezahlen. Ein normaler Umgang mit Mensch und Natur auf Augenhöhe - eigentlich völlig natürlich.

In den konventionellen Wirtschaftskreisläufen versorgten sich namhafte Hersteller aus den Industriestaaten mit ihren Rohstoffen (z.B. Kaffee, Baumwolle, Bananen) in großen Mengen durch Zwischenhändler, damit sich der Transport und Handel für sie rechnete. Der Preis für die Hersteller, und damit auch für die Endkunden in den Industrieländern, kam hauptsächlich durch die Zwischenhändler zustande. Sie erhoben von Zwischenstation zu Zwischenstation immer ein wenig mehr Preisaufschlag und konnten die Erzeuger, in der Regel viele Kleinbauern mit nur wenig eigenem Landbesitz, unter Preisdruck setzen. Die Weltmarktpreise unterliegen hohen Schwankungen für Naturalien und auf Grund eines großen Angebots in den Erzeugerländern konnten die Zwischenhändler den Kleinbauern unangemessen niedrige Preise zahlen. Im schlimmsten Fall konnten diese am Ende des Monats nicht mal ihre Produktionskosten decken, sodass sich der Anbau für die Kleinbauern vor Ort kaum noch lohnte und damit unfair wurde.

Was können wir für eine gerechtere Welt tun?

Erste Ideen, wie sich der Welthandel gerechter gestaltet ließe, wurden bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA entwickelt. In Europa verbreitete sich der Gedanke von fairen Preisen und einem sozialeren Miteinander zunächst in den 1960er und ‘70er Jahren über die Niederlande. Zu Beginn waren es in Deutschland besonders christliche Jugendverbände, die sich in Arbeitskreisen mit den Auswirkungen der Globalisierung beschäftigten und in Protestmärschen für faireren Handel demonstrierten. 1973 wurde die GLOBO und nach niederländischem Vorbild zwei Jahre später die GEPA gegründet, deren fair gehandelte Produkte in Weltläden und auf Märkten angeboten wurden. Bald darauf folgte EL PUENTE und in den 80er Jahren BanaFair und WeltPartner. Zur Erschließung des konventionellen Marktes wurde 1992 der Verein TransFair gegründet, der das bekannte Fairtrade-Siegel vergibt. Weitere geläufige Siegel-Organisationen sind die World Fair Trade Organization (WFTO), das fair-for-life-Programm oder naturland fair

Was genau verstehen wir unter fairem Handel?

Im Allgemeinen bezeichnet der fairer Handel ein gerechtes Verhalten beim lokalen und internationalen Warenaustausch. Der Faire Handel (engl.: Fair Trade) steht für die gesamte Fairhandelsbewegung: Er steht für alle Organisationen, Händlern oder Unternehmen, die sich mit und ohne Siegel für Fairen Handel nach Kriterien der World Fair Trade Organization oder des Dachverbands Fairtrade International einsetzen. Zusammen mit der European Fair Trade Association begründeten sie unser heutiges Verständnis des Fairen Handels:

"Der Faire Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte Produzent*innen und Arbeiter*innen – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. Fair-Handels-Organisationen engagieren sich (gemeinsam mit Verbraucher*innen) für die Unterstützung der Produzent*innen, die Bewusstseinsbildung sowie die Kampagnenarbeit zur Veränderung der Regeln und der Praxis des konventionellen Welthandels."  [1] 

Wie gerecht ist denn Fairer Handel?

Höhere Erzeugerpreise bedeuten auch höhere Preise für den Endkunden, allerdings kommen die Zuschläge nicht in voller Höhe bei den Erzeugern an. Das liegt an unterschiedlichen Faktoren (Transport, Lager, Händler), die alle in die Preisgestaltung für den Endkunden mit einfließen.

Einige Siegel erlauben außerdem einen Mengenausgleich oder die Einführung von Mischprodukten, was eine Aufweichung des garantierten Mindestanteils an fair gehandelten Erzeugnissen am Endprodukt zur Folge haben kann.

Die Zertifizierungen durch die Siegel-Organisationen kosten die Erzeuger vor Ort zu allererst Geld, bevor sie ihnen etwas einbringt: Unterschiedliche Auflagen und der Zertifizierungsprozess sind oft sehr teuer und garantieren nicht immer sofort eine Abnahme durch Händler oder Endkunden. 

Auch für Hersteller sind die Anfangskosten für eine Zertifizierung, etwa nach Fairtrade-Standard, sehr hoch und für kleinere Unternehmen ohne große Rücklagen nicht zu stemmen.

Warum wir Fairen Handel trotzdem richtig finden

Wir wollen alle Beteiligten an der Wertschöpfung teilhaben lassen und entschieden uns den Kriterien des Fairen Handels zu folgen. Uns war eine gerechte Entlohnung der Farmbesitzer und deren Angestellten wichtig, die Erzeuger vor Ort sollten von Ihrer Arbeit und Ihren Produkten leben können, ein Minimum an sozialen Rechten genießen und die Möglichkeit zur Bildung sollte gewährleistet werden. Wir setzen auf langfristige Handelsbeziehungen, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruhen und achten auf gerechte Handelspraktiken zwischen Erzeugern, Händlern und Herstellern.

Die (Fair Trade)Welt ist nicht perfekt und es gibt immer noch Dinge, die verbessert werden müssen. Hohe Anfangskosten hindern Kleinbauern in den Erzeugerländern und junge StartUps wie uns daran sich zertifizieren zu lassen. Wir werden nicht von jetzt auf gleich die Weltwirtschaft verändern können, aber so weitermachen wie bisher wollen wir auch nicht.

Deshalb unterstützen wir die Idee der Fairhandelsbewegung, indem wir uns unsere eigenen Standards gegeben haben, die sich an den Prinzipien des Fairen Handels orientieren. In unseren Fair Trade Principles verpflichten wir uns zu einem anderen Wirtschaften, das schonender zu Natur, sozialer für die Beteiligten und am Ende besser für uns alle ist. 

Wir können diesen Weg nicht alleine gehen, aber wir können den ersten Schritt machen und daran glauben, dass sich weitere von Euch anschließen werden, um die Strecke gemeinsam zu Ende zu gehen. 

 

Verfasser: Janning Karsten

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